Feuerwehrmänner, Nerds oder doch einfach „nur“ IT-Spezialisten?

Zwei IT-Abteilungen gibt es in der Rädlinger Unternehmensgruppe. Die eine ist für die Hauptverwaltung und die Baubereiche mit allen Niederlassungen zuständig, die andere kümmert sich um die Bereiche Maschinenbau, Primus Line, RWenergy und das BBZ.

Nicht selten ereilt sie ein hilfesuchender, verzweifelter, ab und zu auch etwas hitziger Anruf von Kolleginnen oder Kollegen. Der Support ist ein großer Aufgabenbereich der beiden Abteilungen. Ihr Betreuungsbereich umfasst über 750 Rechner und Großkopiergeräte, dazu kommen weitere Kleingeräte, Telefone und Handys. Tagein, tagaus werden zahlreiche Brände gelöscht, Daten und Geräte geschützt, gerettet und geborgen.

Doch als reine Feuerwehr wollen sie sich nicht verstanden wissen. „Es ist nicht so, dass wir nur warten, bis uns jemand wegen eines Problems anruft“, erklärt Carsten Korn. Die Aufgaben der insgesamt neun IT-Mitarbeiter sind vielfältig und weitreichend. Sie alle haben entweder ein entsprechendes Studium oder eine Ausbildung absolviert, so wie derzeit Auszubildender Sebastian Baier, der heuer eine Lehre zum Fachinformatiker Systemintegration begann. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Teams, die einen gewissen Tätigkeitsbereich abdecken.

In kaum einem Unternehmensbereich sind computerunterstützte Prozesse und Abläufe noch wegzudenken. Im Gegenteil: Sie nehmen zu. Aus diesem Grund ist die IT in viele Geschäftsprozesse von der Verwaltung bis zu den Baustellen und der Produktion eingebunden und sucht, entwickelt oder optimiert aktiv Lösungen, die die einzelnen Fachbereiche unterstützen und das Unternehmen weiterbringen. „Für die Verbesserung der digitalen Prozesse sind wir für jeden Verbesserungsvorschlag und für jede Anregung sehr dankbar und versuchen immer die Anforderungen in das bestehende IT-Konstrukt einzubinden“ erklärt Carsten Korn.

Verschiedenste Programmierungen der IT-Abteilungen – von der Anbindung von Content Management Systemen über Datenbanken bis hin zur eigenen Unternehmenssoftware – erleichtern die Arbeitsabläufe, ersparen Zeit und Kosten. Stunden- und Urlaubsplaner, Spezialprogramme für Fertigungsanlagen, ein Photovoltaik-Analyseprogramm, die Unternehmenssoftware von Maschinenbau, Primus Line, BBZ und RWenergy „MAB“ oder die Bürgschaftsverwaltung für die Bauunternehmen sind nur einige Beispiele dafür. Ein für den Laien transparenteres Tätigkeitsfeld der IT sind die Administration von Zugriffsrechten sowie die Hard- und Softwareinstallationen, die Telefone, Rechner, Smartphones aber auch Vermessungsgeräte, Produktionsanlagen oder die Maschinensteuerung betreffen. Besonders große Projekte waren in dieser Hinsicht der Umzug der Niederlassung Selbitz und des Ingenieurbaus in ihre neuen Bürogebäude, für die die komplette IT-Infrastruktur geplant und neu erstellt werden musste.

Bei allen ihren Aufgaben kämpfen die IT-Abteilungen mit der Schnelllebigkeit der Branche. Systemwechsel, Updates und technische Neuerungen erfolgen in immer kürzeren Zeitintervallen. Aber auch Virenschutz und Spamfilter müssen ständig an die neuen Wege angepasst werden, die sich unerwünschte Werbung, Malware oder Spyware bahnen.

Da am Ball zu bleiben, ist eine große Herausforderung hinter der viel Recherchearbeit steckt. Mit Schulungen und Weiterbildungen ist das große Feld kaum abzudecken. Viele Anwendungen muss man einfach mal ausprobieren und testen. Ein guter ITler bringt deshalb auch viel Eigenengagement und persönliche Leidenschaft für das Thema mit und setzt sich auch in seiner Freizeit gerne damit auseinander.

Stecken in unseren IT-Kollegen also vielleicht doch die typischen Eigenschaften eines Nerds – männlich, Computerfreak, sozial isoliert und Hornbrille? Naja, zumindest männlich stimmt. Hornbrille offensichtlich weniger. Und ein bisschen Computerfreak muss man wohl schon sein, um diesen beruflichen Weg einzuschlagen. Aber sozial isoliert? „Nein!“, sagen Martin Baudrexl und Carsten Korn, die beiden Abteilungsleiter. „Wir haben ja jeden Tag sehr viel mit allen Abteilungen und den Kolleginnen und Kollegen zu tun“, erklärt Baudrexl und meint weiter: „Nur im Gespräch können wir herausfinden, wie die beste Lösung für einen Ablauf, eine Abteilung oder eine Anwendung aussehen muss.“

Dennoch bleiben viele Aufgaben der IT-Teams für den Rest der Belegschaft unsichtbar. Zumindest solange alles läuft und es keine Probleme gibt. Doch hinter dem, was sich selbstverständlich anhört – gesicherte Daten, ausreichend Speicherkapazität, performante Systeme, regelmäßige Updates – steckt echte Arbeit. Beispielsweise bei den Wartungen an den Netzwerken, der Telefonanlage oder den Servern, die meistens außerhalb der Arbeitszeiten, nachts oder am Wochenende durchgeführt werden. Wie wichtig eine funktionierende IT-Infrastruktur heute für das Arbeitsleben ist, merkt man, wenn nur kurz einer der insgesamt 42 Server (zum Vergleich: 2002 waren es noch vier Server) steht. Denn dann geht an den betroffenen Stellen, ob im Büro, auf der Baustelle oder in der Produktion gar nichts mehr.

„Heute ist es einfach für jeden selbstverständlich, dass alles konstant läuft. Vor zehn bis fünfzehn Jahren hatten wir noch ISDN, da waren Störungen an der Tagesordnung“, erinnert sich Carsten Korn. Wenn es trotz aller Vorkehrungen zu Ausfällen der IT-Infrastruktur kommt, wünschen sich die IT-Abteilungen etwas mehr Gelassenheit. Denn am meisten Stress bedeuten solche Momente für die IT-Mitarbeiter selbst und wenn zehn Kollegen anrufen, nur um zu fragen, wann es wieder geht, hält das nur die Problemlösung auf.

Beschweren möchten sich die beiden IT-Leiter jedoch nicht, denn meistens sei der Umgang sehr gut und es sei ihre Aufgabe den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Problemen und Fragen weiterzuhelfen. Gut, dass wir echte IT-Spezialisten im Haus haben!


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